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„Koburger-Nachfolger“, Eisschnellläufer auf Tartan und viel Begeisterung beim Finale

„Ja, vielleicht?“, gesteht der 11jährige Eisschnellläufer Jacob Rodolph vom Crimmitschauer Polizeisportverein (CPSV) im Ziel, aus taktischer Sicht nur zweimal auf die 10-Minuten-Distanz hätte gehen zu sollen. „Aber wenn ich schon mal da bin, will ich auch dreimal laufen“, ging er optimistisch und ehrgeizig auf den Rundenkurs. Mutti Doreen schüttelt anerkennend den Kopf: „Er kommt gerade vom Training, und dann immer noch diese Power.“ „Ja, wir hatten heute anstrengendes Eistraining mit vielen Runden auf dem Oval“, meint der jüngste Starter. Ob er kaputt sei? „Nö, wenn´s Spaß macht, merkt man keine Erschöpfung.“ Jacob ist an diesem Nachmittag dabei, weil er mit seinen elf Lenzen in der U16 Platz 5 über die ½-Stunden-Zeit belegte und (wie alle anderen) mindestens dreimal an den Start der diesjährigen Laufserie gegangen war. Am Ende wird Jacob mit seinem Partner Jörg Poller (1 Std, 4., M55) letzter. „Schon doof! Nächstes Jahr mach ich´s besser!“

Mit ähnlichem oder gleichem Ehrgeiz gingen bei optimalen äußeren Bedingungen 39 Paarungen am 7. Oktober im Sportforum Sojus ins Finale der 2026er Stundenlaufserie. Traditionell ging es nicht mehr um Platzierungen in den jeweiligen Distanzen und Altersklassen. Vielmehr war es wieder die Laufbegeisterung, mit einem zugelosten Partner in fünfzig Minuten eine maximale Strecke auf die Tartanbahn zu bringen.

Mit Leipzig hätten Andrea und Christian Kleuver auf dem Papier die weiteste Anreise gehabt. Andrea (Siegerin im 1-Stundenlauf W35) wehrt allerdings ab: „Nein, wir sind beide aus beruflichen Gründen in Zwickau und sind auch sonst gern am Laufen. Ich im Gesundheitsamt und mein Mann bei der Polizei.“ „Wenn´s passt machen wir auch den einen oder anderen Triathlon. Auf jeden Fall sind wir 2027 auch wieder bei der Laufserie hier am Start. Sie ist super organisiert und man fühlt sich wie in einer großen Familie heimisch“, ergänzt Christian.

Nochmal zu den Crimmitschauer Kufenflitzern vom PSV. Sie waren neben dem ausrichtenden SV Vorwärts (124 Teilnehmer) über die Saison mit dreizehn Aktiven dabei. „Sie sind über Jahre Stammgäste“, wie es Vorwärts-Vereinsvorsitzender Dietmar Hallbauer sagt. „Genau, das ist der Ausdauerpart, den die Talente hier unter Wettkampfbedingungen trainieren“, bestätigt Doreen Rudolph, die inzwischen Tochter Johanna anfeuert. „Sie ist eher Triathletin, macht bei den Eisschnellläufern Kraft und Vielseitigkeit und sucht sich entsprechende Laufveranstaltungen dazu“, erzählt die Mutti. Johanna (Siegerin im ½-Stunden-Lauf der U16w) gewinnt an diesem Tag auch zusammen mit Johanna Schweizer-Theodor aus Mannichswalde den Frauen-Wettbewerb.

In der Mix-Konkurrenz fehlte heuer Patrick Koburger, der in den vergangenen drei Jahren mit jeweils unterschiedlichen Partnerinnen stets ganz oben auf dem Podest stand. „Das wird kein Selbstläufer. Da sind ausreichend Anwärter auf seine Nachfolge da. Mal sehen, wer das Rennen macht“, meinte SV Vorwärts-Läufer Jan Perzel. Er habe u.a. Rouven Richter, Daniel Türpe oder seine Vereinskollegen Denny Albert und Paul Morgner auf dem Schirm. „Es kommt allerdings darauf an, wer zugelost wird und wieviel Engagement der Partner ins Rennen legt“, gibt Perzel zu bedenken. Engagement und wahrliche Freude zeigten sichtlich alle Teilnehmer. Der Mix-Sieg und die „Koburger-Nachfolge“ ging allerdings an den Leipziger Polizisten in Zwickauer Diensten Christian Kleuver und die SV-Vorwärts-Läuferin und Leni Aurich. Sie verwiesen Jan Perzel und Manja Laetsch (SV 1946 Mosel) sowie Ursula Weigel (LG Thalheim/Bärenstein) und Daniel Türpe (Remse Radsport) auf die Plätze.

Die Männer-Duo-Wertung sah Paul Morgner (SV Vorwärts Zwickau) mit Christian Lohrengel aus Glauchau vorn. Zweite wurden Robert Morgner (SV Vorwärts Zwickau) und Jens Reißmann aus Zwickau vor Rouven Richter (LV Limbach 2000) und Lothar Grundmann (SV Vorwärts Zwickau).

Somit standen zum Saisonschluss nochmal fünf Vorwärts-Läufer auf dem Podest. „Ein wunderbares Finale mit vielen Emotionen und Spaß an der Sache. Vielmehr ist zu erwähnen, dass mit dem Finaltag insgesamt 1067 Sportlerinnen und Sportler an der 26er Laufserie teilgenommen haben, was unser Ziel, wieder vierstellig zu werden, abrundet“, zog der Vereinsvorsitzende Resümee. „Abgerundet haben alle Lauftage auch die Helfer, ohne die das nicht durchführbar wäre und deshalb ein besonderer Dank gilt.“ Hallbauer richtete sogleich den Blick nach vorn. „Die Helfer werden nochmal zu unserem Saisonabschluss, dem 24. Adventslauf am 13.Dezember, gefordert sein. Wenn es dann wieder um den Schwanenteich geht, werden mit Sicherheit auch einige aus der 26er Laufserie dabei sein. Und dann hoffen wir auf ein Wiedersehen im kommenden Jahr. Dann mit einigen Änderungen im Reglement, die aber rechtzeitig veröffentlicht werden. Bis dahin ein gute Zeit!“

Text + Fotos: uhe

Gesamtmeter Stundenlauf Finale

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